„Helau“ und „Alaaf“ – was haben die Narrenrufe auf sich?

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Mit dem Narrenruf begrüßen sich die Narren auf Fasching und Karneval. Je nach dem in welcher Region man sich befindet, gibt es andere Narrenrufe. Oft ist die Rede von „Helau“ und „Alaaf“, doch was bedeuten diese Ausrufe eigentlich? Wo wird welcher Narrenruf gerufen? Wenn man Fasching feiert muss man einfach wissen, wie man sich benimmt und was man sagen bzw. rufen soll, nicht wahr? Schließlich kommt man mit einem einfachen „Hallo“ oder „Grüß dich“ als Narr nicht sehr weit. Wer Karneval, Fasching oder Fastnacht richtig feiern möchte muss den Narrenruf seiner Region kennen! Nicht außer Acht zu lassen ist das richtige Faschingskostüm. „Alaaf“, „Helau“ oder „Ahoi“ – in jeder Region Deutschlands ist es unterschiedlich. Im Köln sollten Sie auf keinen Fall „Helau“ rufen, denn das würde Ihnen viele Feinde verschaffen. Genauso sollten Sie nicht „Alaaf“ in Düsseldorf rufen, da werden Sie wenn Sie Glück haben, nur schief angeguckt.
Wir sagen Ihnen heute mit welchem Narrenrufen Sie von Nord bis Süd und von Ost bis West Ihre Freude beim Feiern ausdrücken können ohne dabei Verachtung zu ernten.

Kölle Alaaf

Nicht nur auf dem Kölner Karneval schreit man Alaaf, sondern auch in großen Teilen des südlichen Rheinlands üblicherweise in Bonn, Aachen oder Leverkusen. „Alaaf“ ist der wohl bekannteste und älteste Narrenruf in diesen Regionen. Man vermutet, dass der Narrenruf „Alaaf“ auf einen kölschenen Trinkspruch zurück zu führen ist. Er wurde auf Trinkkrügen aus dem 16. Jahrhundert gefunden. Dieser wäre „all af“ und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „alles ab, alles weg“. In Köln ruft man „Kölle alaaf“, was so viel bedeutet wie „Alles lobe Köln“ oder „Köln über alles“. Außerdem ist es auch interessant zu wissen, dass die schwule Community in Köln nicht mit dem Ausruf „Kölle Alaaf“ feiert, sondern mit „Kölle Aloha“. Falls Sie planen den nächsten Karneval in Köln zu feiern können Sie mit unseren „Köln 2“ Artikeln, zwei Euro an den Kölner Karneval spenden.

Helau Nordrhein-Westfalen

Nur ein paar Kilometer weiter nördlich vom Rhein, ruft man schon etwas anderes. In der zweiten Karnevalshochburg der NRW ruft man „Helau“. In der Hauptstadt Düsseldorf ist ein dreifaches „Helau“ Tradition und das schon seit den 1830er Jahren. Doch über die Bedeutung des Wortes lässt sich ganz viel Streiten. Man ist sich nicht sicher wie der Ausruf entstanden ist. Manche vermuten, dass das Wort etwas mit dem Ausdruck „Halleluja“ zu tun hat. Andere wiederum sagen es ist eine Abwandlung von „Hölle auf“, dabei schließt man darauf dass es vielleicht etwas damit zu tun hat, dass man am Karneval die bösen Geister aus der Hölle vertreiben wollte. Andere Theorien sagen, dass sich das „Helau“ sich aus „hell auf“ entwickelt hat, was so viel wie „aufgeweckt“ bedeutet. Auch in Mainz und Koblenz grüßen sich die Narren mit „Helau“.

Verschiedene Regionen – verschiedene Narrenrufe

„Helau“ und „Alaaf“ sind nicht die einzigen Narrenrufe, die es in Deutschland

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gibt. So unterschiedlich die deutschen Bundesländer sind, so unterschiedlich sind auch deren Narrenrufe. Beispielsweise ist „Wau-Wau“ ist einzige Tierlaut, der als Narrenruf gilt. Er wird durch kreuz und quer durch die ganze deutsche Republik gerufen. Mit einem „Wau-Wau“ kann im Gegensatz zu „Helau“ und „Alaaf“ nichts falsch machen. Wenn Sie nicht wissen, ob Sie „Helau“  oder „Alaaf“ verwenden sollen, schreien Sie zur Ihrer eignen Sicherheit „Wau-Wau“.

Mal ganz was anderes als „Helau“ und „Alaaf“

Auf der schwäbisch-alemanischen Fasnacht, rufen die Narren „Narri-Narro“. Mit Ihren etwas spezielleren Masken, unterscheiden sich die Schwaben mit ihren Karnevalstradition von dem Rest der deutschen Republik. Ein bisschen Angst bekommt man schon, wenn man deren Masken sieht. Bei den traditionellen Karnevalszünften begrüßen sich die maskierten Kameraden mit einen lauten „Narri“ und die Zuschauer antworten mit einem starken „Narro“. Die genaue Bedeutung des Rufes ist bis heute nicht geklärt.

Pierros.de